Die Geschichte

  Die Innenwände der mit Stufenzinnen bekrönten Balustraden sind bei der Außen- wie auch der Innentreppe des Ostaufgangs mit Reliefs verkleidet. Auf jeder Stufe ist ein lanzentragender Soldat der Unsterblichen Garde abgebildet, einer königlichen Elitetruppe, die stets aus 10 000 Mann bestehen mußte. Im Mittelfeld der trapezförmigen Stirnseite der Außentreppe sieht man zwei aufeinander zuschreitende Gruppen von jeweils vier Lanzenträgern; zwei von ihnen tragen persische und zwei medische Tracht. Darüber verläuft ein Fries mit floralen Elementen und der geflügelten Sonnenscheibe Ahura Mazdas, flankiert von menschenköpfigen, sphinxartigen Mischwesen, die eine Pranke wie im Grußgestus erheben. Diese Platten ersetzten eine Darstellung des thronenden Darius, die Xerxes in das Reliefprogramm des Schatzhauses einfügen ließ (s. dort).
   Die Reliefs auf dem dreieckigen Bildfeld rechts und links des mittleren Paneels tragen identische, wenn auch spiegelverkehrte Darstellungen: Ein Löwe verbeißt sich in den Rücken eines Stieres, der sich hochaufgerichtet gegen seinen Angreifer zurückwendet. Die schräg nach oben verlaufende, äußere Balustrade der Treppenläufe, die das dreieckige Bildfeld oben abschließt, trägt einen Fries aus Bäumen.
   Die Außentreppe unterteilt die Fassade der Innentreppe in zwei gleich große und identisch gegliederte Flächen, die jedoch unterschiedliche Reliefdarstellungen tragen. Auf dem dreieckigen Element an beiden Seiten ist, wie bei der Außentreppe, ein dreieckiges Bildfeld mit der Darstellung des reißenden Löwen abgeteilt, darüber verläuft ein schräger Fries an der Außenseite der Treppenbalustrade. Auf der Fassade des nördlichen Treppenlaufs sind Baumreihen abgebildet, auf der Fassade des südlichen hingegen fügen sich die dargestellten Figuren in das Bildprogramm der inneren Treppenanlage ein. Der dreieckige Abschluß der Fassade endet in einem hochrechteckigen Feld mit einer Bauinschrift des Xerxes. Die Hauptfassade ist in drei waagerecht verlaufende Register aufgeteilt.
   Am nördlichen Treppenlauf sind ausschließlich Angehörige des Iranshahr-Adels abgebildet, d. h. Perser, Meder und Elamier als Vertreter der Volksgruppen des achämenidischen Kernlands. Am Anfang jedes der drei Register stehen hinter einer Baumgruppe Reihen stereotyp dargestellter Lanzenträger. In der obersten Reihe folgen dahinter die Leibdiener des Königs, die Utensilien des königlichen Haushalts tragen, u. a. den Prunksitz des Herrschers. Drei Stallmeister führen Pferde herbei, und am Schluß fahren zwei Streitwagen mit elamischen Wagenlenkern.
   In der zweiten und dritten Reihe folgen auf die Gardisten Würdenträger des Iranshahr-Adels; abwechselnd in medischer und persischer Tracht. Die persische Kleidung besteht aus einer hohen, nach oben breiter werdenden, kannelierten Kopfbedeckung, die an eine Feder krone erinnert, und einem langen, in Falten fallenden Schalgewand. Die Meder hingegen tragen eine runde Filzkappe, eine Hose und einen kurzen Chiton darüber, einige haben zusätzlich einen langen, mantelähnlichen Umhang über den Schultern. Die nach vorn ausschreitenden Figuren stehen alle untereinander in Verbindung oder unterhalten sich. Die sorgfältig frisierten Bärte und die Halsketten, Ohrringe und Armbänder, die sie angelegt haben, weisen sie als Angehörige des Iranshahr-Adels aus. Eindeutige Insignien ihrer hohen Stellung sind auch die Lotusknospen, die sie in der Hand halten, denn diese Pflanze ist sonst nur dem König und dem Kronprinzen vorbehalten. Einige Würdenträger halten in der erhobenen Hand einen runden oder ovalen Gegenstand an einem Stiel, der sich nicht mit letzter Sicherheit deuten läßt, vermutlich handelt es sich aber um eine Blütenknospe.

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